Das vielleicht wichtigste Projekt Ihres Lebens

Aus der Psychologie wissen wir, dass unsere heutigen Entscheidungen überwiegend unablässige Wiederholungen der Vergangenheit sind, die oft aus unbewussten Prägungen und übernommenen Glaubenssätzen anderer stammen. Nicht selten führen Kinder unbewusst die Traditionen einer ganzen Ahnenreihe fort - auch die destruktiven - und haben manchmal auch schon so ein subtiles Gefühl, gar nicht ihr eigenes Leben zu leben und fremde Lasten zu tragen.

Solche Prägungen und Konditionierungen haben zum Zeitpunkt ihrer Entstehung meist großen Sinn gemacht. Viele davon tun das heute allerdings nicht mehr und stehen unserer Freiheit und unserem Gücklichsein unerkannt und wie Betonmauern im Weg. Sich einfach darüber hinwegzusetzen, fühlt sich oft falsch und manchmal sogar wie Verrat an familiärer Tradition an.

 

Der kritische Verstand vieler Leser wird wahrscheinlich vehement widersprechen: „Ich doch nicht! Ich treffe alle meine Entscheidungen bewusst und aus freiem Willen“! Besonders erfolgreiche Menschen werden dagegenhalten, dass der Erfolg ihnen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit ihrer Entscheidungen doch Recht gibt. 

 

Was ist eigentlich Erfolg?

 

Wie auch immer Sie „Erfolg“ für sich definieren mögen, die Frage drängt sich auf, wie glücklich, erfüllt und frei empfinden Sie sich genau jetzt in Ihrem privaten und beruflichen Alltag, in Ihrem Körper, in Ihren Beziehungen, in der Welt, in Ihren Gedanken, auf der Gefühlsebene, wenn Sie ganz mit sich allein sind? Fühlen Sie sich überhaupt wirklich? Wer genau denken Sie trifft Ihre derzeitigen Lebensentscheidungen: sind es Sie selbst - oder vielleicht nicht doch Ihre unerkannten Konditionierungen, ein unterstellter Erwartungs- und Lieferdruck von außen, subtile Ängste vor Scheitern und vor Gesichtsverlust, unerbittliche und seelenlose Social Media-Algorithmen?

 

Was ist eigentlich (innere) Freiheit?

 

„Ich will frei sein“, bestimmt haben Sie diese Aussage schon mal von einem nahestehenden Menschen oder Kollegen gehört? Möglicherweise sehnen Sie sich selbst danach, „endlich frei zu sein“. Natürlich kenne ich persönlich solche Gedanken auch und für mich waren sie in der Vergangenheit meist mit Wehmut und subtilem Ohnmachtsgefühl verbunden, so dass ich mich damit etwas eingehender beschäftigt habe. Ich wollte herausfinden, was „Freiheit“ für mich bedeutet und was es mit diesem Streben - verbunden mit den genannten Gefühlen - eigentlich auf sich hat.

 

Werden wir mit unserem Streben nach sogenannter Freiheit am Ende tatsächlich frei? Oder kreieren wir uns vielleicht ein neues mentales Gefängnis, dessen Gitterstäbe aus unerfüllbaren Hoffnungen, unrealistischen Erwartungen und unflexiblen Denkmustern bestehen?

 

Hier ein paar Sätze, die ich in meinem privaten und beruflichen Umfeld in den letzten Jahrzehnten oft gehört habe und die gefühlt meistens etwas mit der Idee eines größeren Freiheitgewinns zu tun hatten: 

 

  • „Wenn ich erst mal in Rente bin, kann ich mich endlich frei entfalten und alles tun, was ich schon immer wollte“

 

  • „Wenn ich erst mal aus der Festanstellung raus und selbstständig bin, dann kann ich endlich frei…“

 

  • „Wenn ich endlich geschieden bin, dann kann ich endlich…“

 

  • „Wenn ich ins Ausland umgesiedelt bin, dann werde ich endlich…“

 

Das kommt Ihnen garantiert bekannt vor

 

Vielleicht haben Sie solche Situationen selbst oder etwas Ähnliches bei anderen hautnah miterlebt. Und wenn es dann tatsächlich dazu gekommen ist, Hand auf’s Herz, wie lange hat diese erhoffte Freiheit, die Sie oder die Protagonisten ja eigentlich von morgens bis abends beseelen sollte, ein dauerhaftes Glücksgefühl produziert und Sie durch den Alltag singen und tanzen lassen?

 

Ich beobachte vielmehr, dass beispielsweise der ersehnte Ruhestand nach einiger Zeit (sobald die offenen To-dos am Haus und im Garten erledigt sind und die Weltreise schließlich stattgefunden hat) in neuen, Unzufriedenheit stiftenden Hamsterrädern, in Orientierungslosigkeit oder gähnender Langeweile mündet:

 

  • „Irgendwie vermisse ich meinen Job, den Austausch mit den Kollegen, die Möglichkeit Verantwortung zu tragen, doch ganz schön…“

 
Und nicht selten kriselt es in der Beziehung, weil diese (eingebildete) Freiheit sich plötzlich mehr wie Enge und Begrenzung anfühlt. Auch die ehemals sehnsüchtig angestrebte Selbständigkeit bringt erstaunlich oft Sätze hervor, wie z.B.:

 

  • „Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt… Ich tue zwar mehr von dem, was ich gerne wollte, aber eigentlich habe ich für nichts sonst mehr Zeit und rödele rund um die Uhr…“

 

Seltsam, oder? Wo ist die gewonnene Freiheit plötzlich hin?

 

Aus der Psychologie wissen wir, dass die meisten Menschen im Grunde ihres Herzens froh sind, und zwar über alle Bildungs- und Hierarchiestufen hinweg, wenn sie sich in vorgegebenen Strukturen bewegen können und ihnen jemand sagt, in welche Richtung die Reise geht. Der sogenannte „Freie Wille“ ist in Wahrheit so gut wie nicht vorhanden oder mehr eine glorifizierte Illusion aus sozialen Zwängen und unbewusster Konditionierung. Sagten nicht selbst mächtigste Könige und Kaiser Sätze wie: „Schwer ruht das Haupt, das die Krone trägt“. Und leben Multimillionäre und Milliardäre (falls man solch materiellen Reichtum mit dem Potenzial unendlicher Freiheit gleichsetzen möchte) nicht selten in Angst, ihr Vermögen wieder zu verlieren, und leiden unter emotionalem Mangel, wie Misstrauen und unerfüllter bedingungsloser Liebe. Ist das wirklich Freiheit – geschweige innere Freiheit?

 

Ich bin überzeugt, dass das Gros der Menschen mit echter Freiheit schwer umgehen kann und sich daraus eher Starre bis hin zu Angststörungen entwickeln, weil zum Beispiel Ordnung und Sicherheit fehlen, nach denen wir evolutionär streben. 

 

Einzig die Gedanken sind frei

 

Genau diese Freiheit der Gedanken ist die Spielwiese, um die es sich in Wahrheit dreht, davon bin ich überzeugt. Und mindestens zu jedem Jahresstart haben wir alle die Möglichkeit, uns z.B. folgende Fragen zu stellen – so mache ich es wenigstens:

 

  • Wer möchte ich sein?
  • Was in meinem Leben möchte ich tun (oder lassen)?
  • Wie möchte ich mich selbst in meiner Persönlichkeit, meinem Potenzial und meinen Wertvorstellungen ausdrücken?
  • Mit welchen Menschen möchte ich mich (nicht) umgeben?
  • Welche Meinung will ich über mich selbst haben?
  • In welcher Färbung möchte ich meine Welt und alles, was ich wahrnehme, erleben?
  • Wie soll mein vorherrschendes Lebensgefühl sein?


Absolut alles, was Sie tun oder unterlassen, hat Handlungskonsequenzen. Weigern Sie sich bewusst/unbewusst, sich selbst als Urheber von Geschehnissen und vor allem Ihres Lebensgefühls anzuerkennen – besonders dann, wenn es unangenehm ist? Doch ist genau das die wahre und ich persönlich schätze einzige Freiheit, die Sie in Ihrem Leben verwirklichen können. Nachhaltige Veränderung kommt stets „von Innen“ – also über die ganz individuelle Qualität Ihres Denkens, Ihrer Glaubenssätze, die damit einhergehenden Bewertungen und den am Ende daraus resultierenden Emotionen. Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie und Holocaustüberlebender, beschrieb es für mich treffend:

 

„Zwischen Reiz und Reaktion ist ein Raum, und der ist unsere Freiheit.“

 

Ein bloßes Verändern von Äußerlichkeiten, wie Beruf, Beziehungsstatus, Aufenthaltsort oder dergleichen wird kein nachhaltiges Freiheitsgefühl, geschweige eine nachhaltige Steigerung des Lebensglücks mit sich bringen. Dieses Phänomen erleben Auswanderer, die dann auf der ersehnten Insel oder im Ausland bald wieder dieselben Gedanken von Unzufriedenheit, sich wiederholende unbefriedigende Beziehungsmuster und eigentlich „dasselbe in Grün“ wie vorher erleben. Warum? Weil Sie sich selbst und ihre Einstellungen überall hin mitnehmen. 

 

Ihr innerer Nordstern auf dem Weg zu Erfolg und innerer Freiheit

 

Wir alle verfügen über eine uns im Alltag meist nicht so leicht zugängliche höhere Intelligenz, die nichts mit unserem Intellekt zu tun hat. Diese innere Instanz ist sich immer zu hundert Prozent über die mögliche Diskrepanz im Klaren zwischen dem, was unserem Glücklichsein und Sinnerleben wirklich zuträglich ist, und dem, was wir glauben aufgrund unserer unbewussten Prägungen "tun zu müssen“, was uns allerdings im Grunde unseres Herzens nicht wirklich guttut. Das Streben nach Anerkennung ist beispielsweise eine häufige Stolperfalle.

 

Sich selbst nicht richtig zu fühlen, hat einen Preis

 

Wir haben allerdings verlernt, dieser sich über Intuition und den sogenannten Felt Sense (Gefühlssinn) zart hörbar machenden inneren Stimme zuzuhören. Warum? Weil sie im Alltagsgeschehen stört und den auf Materielles ausgerichteten Erfolgs-Hamsterrädern im Wege steht. Aus diesem Grund wird sich unsere höhere Intelligenz schrittweise und immer deutlicher Gehör verschaffen, um uns aufzuwecken. Unsere persönliche Wahrheit dringt früher oder später zu uns durch. Nicht selten sind es dann wachrüttelnde Krisen und aufkommende körperliche Probleme, wie beispielsweise der allgegenwärtige Burnout – ich nenne ihn auch „Sinn-Infarkt“ oder „Seeleninfarkt“, chronische oder auch plötzlich auftretende Schmerzphänomene, Tinnitus, Panikattacken, Beziehungskonflikte oder Jobprobleme und vieles andere mehr. Diese werden so „laut“, damit wir nicht mehr weghören können, deshalb:

 

„Lerne deinem Körper achtsam zuzuhören,
damit er nicht anfangen muss zu schreien.“

 

Schicksal als Chance

 

All das Gesagte ist nach meiner Überzeugung keine Strafe des Schicksals, sondern folgt der liebevollen Absicht unserer höheren Intelligenz, uns wieder mit uns selbst in Kontakt zu bringen und die aktuelle Lebensweise zu hinterfragen: Erfolg ist das, was folgt, wenn wir uns selbst - also unserer inneren Wahrheit - folgen.

 

Wenn es uns gelingt, diese Phase auf konstruktive Weise aufzugreifen, wird sich in unserem Leben ein Raum öffnen, um neue Lebensentscheidungen zu treffen, die uns den Weg mit leichterem Herz weitergehen und unsere Erfolge und innere Freiheit in einer ganz neuen Qualität erleben lassen. Insofern verfolgen diese „unangenehmen Hilferufe“ unseres Systems immer eine positive Absicht für unser Leben, für unser Glücklichsein und für einen tieferen Lebenssinn. Diese Signale treffend zu dekodieren, ist die eigentliche Herausforderung und braucht einige Übung - und manchmal auch temporär professionelle Unterstützung durch einen in diesen Themen erfahrenen Profi.

 

Sinnvolle Richtungswechsel sind jederzeit möglich – Coaching hilft

 

Auch ich als vielseitig ausgebildeter Coach und Autor mehrerer Bücher zum Thema Selbstmanagement, Leadership und Achtsamkeit, bin diesen zeitweise mehr als steinigen Weg gegangen bis wortwörtlich nichts mehr ging und ich merkte: „Das ist jetzt die einmalige Chance, mich aufrichtig mit mir selbst zu beschäftigen und zentrale Weichen neu zu stellen, um mich wieder wohl in meiner Haut zu fühlen.“

 

So vollzog ich entgegen den Verlockungen einer höchst attraktiv vergüteten Festanstellung einen fundamentalen beruflichen Richtungswechsel hinein in die Selbständigkeit. Heute kann ich mit Fug und Recht sagen: „Es war die beste bewusste Entscheidung meines Lebens“. Ich bin von Herzen dankbar, Menschen mein Know-how und meine langjährige Erfahrung auf genau diesem Weg in die persönliche Freiheit und ins Glücklichsein zur Verfügung stellen zu dürfen.


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